Andenken an mich selbst

Man stelle sich mal vor, man ist unterwegs.
Ich mein, das kann ja jedem mal passieren. Und nun stelle man sich mal vor, man sei sehr lange unterwegs. Mehrere Monate vielleicht. Irgendwie will man ja etwas mit nach Hause nehmen. Ein Andenken vielleicht oder eine Erinnerung.
Noch ein Armband?
Noch ein Tattoo?
Etwas in den Rucksack stecken und dann endlos mit sich herumtragen?

Das sind alles sicherlich gute Möglichkeiten.
Eine weitere jedoch haben wir auch ausprobiert und es ist doch tatsächlich sehr schön, sich selber auf diese Art und Weise zu überraschen.

Wenn man eh gerade im Schreibfluss ist und der Großmutter und den Eltern eine Karte schreiben möchte, kann man sich fix auch noch eine für sich selber schreiben. Schließlich sind auf Postkarten auch die schönsten Fotomotive bereits vorhanden.

Als Erinnerungsstützte kann man sich an folgenden Leitfaden halten:

  • Von wann bis wann waren wir an diesem Ort?
  • Mit wem waren wir dort?
  • Welche Hochlichter haben wir erlebt?
  • Lustige Erlebnisse und kleine Geschichten!
  • Wörter, die man auf der Landessprache gelernt hat.

 

Wenn/Falls man diese Art des Reisetagebuchs nun schon gemeistert hat, kann man sich durchaus an die Profivariante wagen:

Nachdem, wie oben beschrieben, die harten Fakten auf der Postkarte gelandet sind, wird das postalische Erinnerungsminimum an Mitreisende oder temporäre Freunde übergeben. Diese sollen ihrerseits noch einen Satz ergänzen, ein Bild malen oder einen Kussmund draufdrücken. Je nachdem, welche Erfahrungen man gemeinsam gemacht hat. Da ist jetzt die Kreativität der Begleiter gefragt.

Wir haben eine unserer Karten als „Abschiedsgeschenk“ an Lorenzo mitgegeben. Viel tragen konnte er nicht. Wir haben unsere Adresse eingetragen und gehofft, dass er die Karte an seinem Zielort einschmeißen wird. Vielleicht schreibt er ja noch ein paar Grußworte drauf. Wir lassen uns mal überraschen.

Das Schöne an dieser Art der Andenkensammlerei ist, dass man von den Menschen, denen man begegnet gleich eine persönliche Note mitbekommt. Außerdem kommt man ja schließlich irgendwann nach Hause und kann sich dann Stück für Stück an seinen Urlaub erinnern. Gerade in einer Zeit, in der man Bilder eher über Handtelefoniergerät, Computer oder Beamer zeigt und sich nicht mehr die Zeit nimmt, ein Papierfoto auszudrucken, um dieses genüsslich visuell aufzusaugen, kann man sich zumindest diese Postkarten im Nachhinein anschauen.

Und die Briefmarken gleich dazu. Es klingt zwar sehr spießig, aber so ein paar Briefmarken aus einem fernen Land können sehr spannend sein und das Fernweh wecken, wenn man wieder zu Hause am gedeckten deutschen Frühstückstisch sitzt.

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